Wie erhalte ich Sicherheit in puncto Geld anlegen?

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Wir Deutschen lieben den Status quo und wissen Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit sehr zu schätzen. Dies führt dazu, dass wir in Sachen Geld im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn ziemlich risikoscheu sind.

Wir legen unser Geld so (vermeintlich) sicher wie möglich an, meist in konventionellen Spar- und Garantie-Produkten. Auf diese Weise gehen wir aber, ohne es zu wissen, zwei recht hohe Risiken ein. Zum einen frisst die Inflation in Verbindung mit der seit Jahren andauernden Niedrigzinspolitik der Bundesregierung unser mühsam Angespartes langsam aber sicher auf. Zum anderen wird ein Großteil der Bevölkerung durch schlechte Sparprodukte  im Alter ohne nennenswertes Kapital dastehen. Laut „Spiegel“ vom Februar 2016 führt die andauernde Niedrigzinspolitik in Verbindung mit den von der Bevölkerung genutzten Sparprodukten bereits heute innerhalb von zehn Jahren zu einer Verringerung des durchschnittlichen Netto-Haushaltsvermögens um etwa 20.000 Euro.

Grundsätzlich ist das Streben nach Sicherheit eine extrem sinnvolle Sache. Aber in Deutschland führen Angst, Unsicherheit und vor allem Unwissenheit dazu, dass wir uns regelrecht „armsparen“. So wird also aus der angestrebten  Sicherheit ein recht hohes Risiko.

Machen wir uns also eines klar: Auch bei der Geldanlage ist Sicherheit nur eine Illusion. Keine Kapitalanlage der Welt bietet absolute Sicherheit, nicht einmal die allseits so beliebten Garantie-Produkte. Jede Form der Rendite, und ist sie noch so gering, ist Ausdruck des Risikos, das mit der jeweiligen Anlageform verbunden ist. Darum sollten wir so viel über Geldanlagen wissen, dass wir die Risiken für unser Geld selbst realistisch einschätzen können.

Wie wäre es daher mit einem möglichst „kontrollierten Risiko“, ähnlich wie beim Autofahren? Wir machen eine Art Führerschein (= Basis-Wissen), werden in der Praxis dann immer sicherer und gewöhnen uns langsam an das Fahren ohne den Fahrlehrer, an die Geschwindigkeit und vieles mehr. Trotz aller Routine werden wir im Straßenverkehr allerdings stets mit einem gewissen Risiko leben müssen. Wollten wir dies komplett vermeiden, müssten wir das Auto in der Garage lassen.

Natürlich gibt es, wie in vielen Bereichen unseres Lebens, auch in Sachen Geld Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben: die Höhe der Inflation beispielsweise oder die Entwicklung der Börsenkurse. Vieles andere können wir aber durchaus beeinflussen. Darauf sollten wir uns konzentrieren. Je mehr wir über den Umgang mit Geld wissen, desto größer wird unser Einfluss.

Psychologen haben herausgefunden, dass wir uns mehr vor Verlusten fürchten, als dass wir uns über Gewinne freuen – etwa im Verhältnis 2:1. Es braucht also einen Gewinn von 200 Euro, um einen Verlust von 100 Euro emotional zu „neutralisieren“. Das ist neben dem allgemein mangelnden Geldwissen wohl auch einer der unbewussten Gründe, warum wir Deutschen beim Geldanlegen kein Risiko eingehen möchten.

Tatsächlich verlangt unser finanzielles Selbstinteresse von uns, weniger Zeit mit dem Nachdenken und Sorgenmachen über Geld zu verbringen, und uns stattdessen auf die Pflege fundamentaler Eigenschaften wie Weisheit, Gesundheit, Erfahrung und anderem zu konzentrieren.